Bitte nicht anders…
Ich schreibe diesen kleinen Text hier um an den "Warum sind wir anders-Artikel" auf rosenblut.org anzuknüpfen. Das Thema der "Applegeeks"und der "Anderssein" beschäftigt mich auch schon eine Weile. Aber ich habe mir da eine andere Meinung rausgekramt, hinter der ich jetzt auch stehe - und jetzt scheint mir der Zeitpunkt gut zu sein, sie als Beitrag zu dieser Diskussion zu veröffentlichen.
Zunächst einmal möchte ich mich klar gegen das Wort "Fanboy" aussprechen. Den Grund dafür liefert John Gruber in seiner Macworld-Rede 2010: Sobald man als Fanboy betitelt wird, kann man keine Diskussion auf neutraler Basis mehr führen, da Gegenüber nur noch mit Argumenten wie "Das sagst du doch nur, um deine Lieblingsfirma zu verteidigen" oder eben "Wenn du Apple so liebst, warum heiratest du's‚ dann nicht?" kommen.
Die meisten Appleuser haben auf solche Worte aber auch keine Antwort. Entweder, weil sie wahr sind, oder weil sie ihre Reaktionen auf Appleprodukte selber nicht verstehen. Und hier beginnt der Mythos Apple, der aber gleichzeitig das Problem ist. Applenutzer bauen ganz einfach eine persönlichere Beziehung zu ihren technischen Errungenschaften auf. Sie begreifen sie nicht einfach als Maschine, die ihrem Willen gehorcht, sondern als etwas, das Teil ihres neuen, digitalen Lebens ist und der Weg in diese Welt. Damit "fühlt" man eine Verbindung zwischen Mensch und Maschine, die aber größtenteils durch die Applemarketingleute generiert wurde, indem sie ihre Produkte sebstbewusst und in vollem Bewusstsein als perfekt vermarkten.
Doch dies ist nicht das eigentliche Problem des "Fanboys". Denn diese Perfektion von Produkten ist das einfachste aller kapitalistischen Ziele, um Geld zu erlangen. Somit will nicht nur Apple, sondern auch Microsoft oder Google perfekt werden. Das Problem ist, dass Apple aus Sicht der Nutzer am nächsten dran ist - woraus Neid der Anderen entsteht. Um diesem Neid zu entkommen, sollte man als Appleuser seinen Stolz nicht verlieren, denn das würde nur zum Magieverlust der Produkte führen (was ein Schaden für alle wäre). Nein, man darf sich nicht als anders ansehen.
ANDERS ist ein Wort, das bei allen Menschen und Medien Angst, Verwirrung und Abstoßen hervorruft. Veränderungen sind nichts für die große Masse, sie geschehen immer im Kleinen. Somit verändert Apple langsam aber sicher moderne Kommunikation, was der breiten Masse aber immer noch suspekt ist. Daher entstehen Neid- und Angstbegriffe wie "Fanboy" oder "Geek", deren negativer Beigeschmack die Angst von den "anderen" nimmt und sie als schlecht einstuft.
Stellt man sich als Appleuser nun aber über diese Worte, ist man nicht mehr angreifbar und kann mit Stolz seine Produkte genießen, bis alle anderen sie auch gekauft haben. Und dann kann man über Geeks und Poweruser sprechen - die sind es dann nämlich wirklich wert, Applegeräte zu nutzen, weil sie diejenigen sind, die ihre volle Leistung ausschöpfen können. Aber bis dahin - lasst die Leute reden, bleibt stolz im Hintergrund und wartet auf die Diskussionspartner, die konstruktiv und offen bleiben (von denen es unter den Nicht/Noch nicht-Appleuser leider sehr wenige gibt).
PS.: Parallel sollten Applenutzer auch aufhören, jeden Menschen ohne MacBook oder iPhone versuchen zu missionieren - denn das unterstützt nur oben genannt Theorie und macht uns zu einer Plage ;)

Ich persönlich muss sagen das es mich nicht stört wenn Menschen eine emotionale Bindung zu ihren Gerätschaften aufbauen. Bei den Männern waren es zu meiner Zeit die Autos, das hat auch keinen dazu veranlasst die “MotorJungen” oder “SchrauberJünger” zu nennen.
Das ist es also nicht.
Was mich persönlich stört oder was für mich persönlich und wohl auch andere an Apple-Jüngern nervt ist das Verhalten gegenüber der Firmenpolitik. Nichts gegen Fans aber diese Art mit Entscheidungen des Management umzugehen sieht man sonst nur in der Religion.
Das ist es eigentlich was so Anders macht. Wenn AppleFans – zu denen ich mich bid vor wenigen Jahren auch noch gezählt habe – für ein Produkt oder ihr Unternehmen schwärmen ist das völlig in Ordnung.
Eine gefährliche Basis auf der man nicht mehr diskutieren kann entsteht allerdings wenn aus Fans plötzlich Jünger werden
-die Steve Jobs an den Lippen kleben,
-die Gängelungen als Fortschritt betrachten,
-die nicht mehr kritisch hinterfragen,
-die Kritik von Anderen als “Du magst Apple einfach nicht” abtun,
-die blind vor Liebe werden nur weil es Apple tut und wenn Google oder Microsoft das Selbe tun es als Monopolgefahr oder einfach “Typisch” abtun,
-die einfach immer nur Positives sehen, egal wie offensichtlich Apple denen vorschreiben will was sie zu tun haben oder sie bei gewissen Äußerungen direkt diffarmiert und anlügt.
Das ist es!
Gegen Fans hat Keiner was. Wir haben alle nur etwas gegen hörige Apple-Jünger die Kritik weder akzeptieren, noch sehen wollen, noch selber im Bezug auf Apple sehen wollen.
Ich denke das trifft es genauer.
Ich persönlich habe viele Jahre Apple mit Freuden genutzt aber ich bin immer kritisch geblieben. Und habe so viele ehehmalige Apple-Freunde verloren, die nicht die Kritik sehen wollten. Letztes Jahr habe ich zum ersten Mal ein iPhone gekauft nachdem die dritte Version endlich das konnte was mein vorherigen 100€ Handy auch konnte. Dieses 3Gs benutze ich immer noch, weil das iPhone 4 nicht genug Innovaties darstellt. … Doch in den letzten Jahren, seit dem Apple immer stärker wird, beobachte ich einen Hochmut, einen Egoismus der mich fragen lässt ob es nächstes Jahr wieder Apple sein wird. In dieser Hinsicht könnte man aus den letzten Jahren mehr als 20 Punkte aufzählen bei denen ich mich immer wieder geärgert habe. Und dei PK vom friday hat jetzt auch noch mal deutlich Apple’s Einstellung gegenüber den eigenen Fehlern und den Kunden deutlich gemacht -Was ihr denkt interessiert uns nicht, wir machen keine Fehler, wir können sie jedenfalls nicht zugeben und wenn ihr Probleme mit uns habt habt ihr Pech gehabt.
Zurzeit habe ich noch mein geliebtes MBP. Ob ich aber nächstes Jahr wieder eins kaufe steht noch in den Sternen. Letztes Jahr war es noch sicher, heute weiss ich nicht mehr ob ich nochmal das Geld ausgebe. Falls Apple jetzt auch noch auf dem Mac OS mir vorschreiben will was ich zu tun und zu lassen habe verzichte ich auf. Und wenn die EU bis nächstes Jahr Apple nicht in die Schranken weisst, war es mein erstes und zugleich letztes iPhone. Eigentlich schade.
Etwas viel geredet. ;-)
Aber ich denke der letzte Teil musste sein, bevor wieder Apple-Jünger kommen und als erstes sagen: “Das sagst du nur weil du von Microsoft eingelullt bist. Du kennst Apple doch gar nicht, du hast doch gar nichts von denen”.
Aber auch so werden Apple-Jünger bestimmt meinen Text einfach zur Seite schieben. Aber ich wollte einfach mal sagen was ich als Grund für die Spannungen und den Ärger zwischen Apple-Nutzern und den Anderen (Anders kann man das nicht sagen, denn Microsoft-Nutzer trifft es ja nicht) sehe.
Nochmal: Apple-Fans sind nicht das Problem. Nicht umgehen und ärgern tun einen die Apple-Jünger.
Danke.
Wirklich schön geschrieben, da muss ich mir den Betrag vom Bernd ansehen :)
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Dein Punkt ist doch klar begründet, ich finde das man so eine Feststellung nicht abtuen kann.
Selber würde ich mir noch ein iPhone oder einen Mac kaufe (wenn es nicht so teuer wäre), da ich die Mac Software und viele iPhone Apps liebe. Die Software wird einfach mit Liebe umgesetzt. Wenn es die Software auch auf einem PC geben würde, würde ich mir einen Kaufen. Würde es meine Apps auch für Android gäbe, würde ich es kaufen. Sogar sehr gerne, da ein PC günstiger ist und ein Android keine Einschränkungne bietet. Ich hänge also weniger an der Firma als an den Entwicklern der Plattform.
Wenn aber die Entwickler merken, dass Apple übertreibt, werden sie vielleicht auch auf andere Palttformen umsteigen. Aktuell ist aber einfach die System Stabilität beim Mac unschlagbar.
Kurz und knapp:
Es ist das Design, innovativ, easy to use. Richtig gutes Zusammenspiel von Hardware, Software und OS. Ich freue mich jeden Tag diese tollen Produkte zu nutzen.
Ich ärger mich eigentlich, nicht schon früher den Switch gemacht zu haben…
08/2009: iPhone 3GS 02/2010: iMac 21,5″
Gruß
Christian/kepheus1