Das iPad nach 3 Wochen – Ein Leser berichtet

Das iPad nach 3 Wochen – Ein Leser berichtet

Achtung: Dies ist ein Gastartikel, von Lukas formatiert!

Als am 27. Mai der Delivery-Tracker Alarm schlug wusste ich, dass ich einer der wenigen Auserwählten sein durfte, die ihr iPad zu früh bekommen sollten...
...doch nach nun mehr als drei Wochen intensiver Nutzung muss ich mir die Frage stellen, ob der Kauf dieses iPads gerechtfertigt war, oder ob ich doch nur einem weiteren Apple-Hype verfallen sein sollte.
Um das vorwegzunehmen: Ich schreibe den gesamten Artikel auf meinem iPad da sich meine Finger nicht mehr dem mittlerweile ungewohnten, physikalischen Widerstand der iMac Tastatur beugen wollen.

Infos über den Autor: Robert Jost (@mummpl) ist begeisteter Macuser, iPod- und iPad-Besitzer. Seit kurzem hat er auch mit journalistischen Tätigkeiten im Internet begonnen. Hinter dieser Webadresse befindet sich sein Blog Maximum-Raum, den er mit einem Freund (@ruiin) begonnen hat.

Meine erste Reaktion nach Einschalten des iPads war: "Wie konnte mir mein iPod Touch 1st Gen jemals schnell vorgekommen sein?" Nach halbstündiger Nutzung der vorinstalierten Apps fragte ich mich: " Will ich je wieder meinen Mac anrühren?" Die Frage war natürlich eher rhetorischer Qualität da das iPad nach Apple-Digital-Lifestyle-Hub-Normen nichts weiter als ein großer iPod Touch ist.

Tatsächlich scheint mir die mangelnde Selbständigkeit das größte Manko am sonst sehr überzeugendem iPad zu sein. Es ist schnell, es ist funktional, es ist schön und es ist weniger aufwändig mit sich zu tragen als ich erst befürchtete. Und hier kommt auch schon das Zubehör zum tragen das ich direkt mit dem iPad bestellt hatte. Das Apple iPad Case ist seine 39€ wert ,wenn man bedenkt wieviel Funktionalität es dem iPad trotz seiner schlichten, schlanken Form zusätzlich beibringt. Der Faltmechanismus scheint im ersten Moment wie eine Spielerei, stellt sich dann aber, beim tippen längerer Texte wie diesem hier, als äußerst hilfreich heraus.
Das Case ist griffig, die verstärkten Ränder scheinen dem iPad im Falle eines Sturzes zumindest ein wenig Schutz zu bieten. Mit dem Case lässt sich das iPad sorgenfrei in jedem Rucksack oder Umhängetasche verstauen und so leicht transportieren. Wer so wie ich ohnehin immer eine Umhängetasche bei sich hat, für den ist das iPad mit sich zu tragen kompromissfrei. Die 730 Gramm extra stören mich persönlich nicht und halten sich auch mit einer Hand noch relativ bequem.

Anderes mitbestelltes Zubehör wie das Dock sind nicht weiter der Rede wert und funktionieren wie zu erwarten.

Internet auf dem iPad macht Sinn.
Surfen funktioniert mit dem iPad weit besser als mit jedem Netbook und tatsächlich auch besser als auf dem Mac. Die Bedienung des großen Mobile Safari mit dem Finger fühlt sich gut an und läuft dank des ohnehin sehr perfomantem iPads extrem flüssig und verzögerungsfrei. Surfen macht Spaß und wirkt dank Features wie In-line-Video mehr wie klassisches Web-browsen auf einem Desktop-Computer.
3G ist eine sinnvolle Erweiterung für das iPad. Es ist praktisch mit dem iPad in der Straßenbahn im Internet zu surfen, die Newsfeeds abzuklappern oder twitter zu verfolgen. Die Erfahrung zeigt, dass selbst das 1GB-Datenpaket von O2 nicht ausreicht, da das iPad zu exzessivem Internetkonsum verführt.

Die Mail-App verpackt das Betrachten und Verfassen von Mails auf die bestmöglich vorstellbare Art. Mails sind schnell organisiert und werden übersichtlich präsentiert.

Mit Mail wären wir bei einem weiteren wichtigem Thema: Texte verfassen.
Die hochformatige Tastatur ist schwierig zu handeln. Mit zwei Daumen erreicht man die Tasten in der Mitte des Bildschirms schwer, für langsames tippen reicht es aber aus. Sobald man das iPad im Querformat auf die Oberschenkel legt bietet sich einem eine riesige Bildschirmtastatur die sich vergleichbar schnell und komfortabel wie eine MacBook-Tastatur bedienen lässt. Das tippen längerer Texte ist mit dieser möglich und bereitet auch nach über einer Stunde Schreiberei keine Probleme.

Das iPad ersetzt mein Netbook in Gänze und den Mac zum Teil.
Wer wie ich die meiste Zeit am Computer im Internet surft, chattet, Musik hört und Mails liest der wird seinen Mac nur noch für die wenigsten Anwendungen einschalten wollen. Das iPad präsentiert all diese Anwendungen auf äußerst attraktive Weise und lässt klassische Desktop-Computer veraltet und übertrieb wirken. Photoshop und ähnliche Pro-Apps benötigen aber natürlich weiterhin sowohl die höhere Rechenleistung sowie den großen Bildschirm eines Desktop-Macs.
Steve Jobs scheint mit seiner Einschätzung der klassischen Computer als Trucks der digitalen Welt weniger weit in die Zukunft zu philosophieren als ich dachte.

Trotz alledem ist das iPad, wie bereits angedeutet, von einem Desktop-Computer abhängig, muss also an einem solchen gesynct und organisiert werden wie jeder Apple-MP3-Player. Das funktioniert mit all den von iPod und iPhone bekannten Vor- und Nachteilen. Die Abhängigkeit des iPads vom Rechner stellt sich nach nunmehr 3 Wochen Dauernutzung als einziger Wermutstropfen heraus (abgesehen vom ständig putzbedürftigen Glas-Display).

Wer einen Computer sucht mit dem man komfortabel im Internet surfen, Mails checken, Spiele spielen, Musik hören, Videos gucken, Texte schreiben, kurz, die ganzen kleinen Aufgaben die zusammen die meiste Uptime eines Desktops belegen, kann, der ist mit dem obendrein extrem portablem iPad gut beraten.

Meiner Meinung nach ein einzigartiges Gerät das vielen Menschen den schweren Laptop zur Gänze ersetzen könnte.